Seitenblick Verlag Leseprobe Die Halle ist leer, und von den Menschen, die sich im Vorraum vor der Toilette drängeln, beachtet uns niemand, als wir die Freitreppe erklimmen. Vor Carls Schlafzimmertür blicke ich mich noch einmal prüfend um, dann öffne ich die Tür und schubse Sarah hinein. »Das ist es?«, fragt Sarah erstaunt und blickt mich mit erhobenen Brauen an. »Wegen dieses erbärmlichen Beispiels deutscher Schlafkultur hast du mich hier heraufgelockt?« »Nein, wo denkst du hin?« Ich gehe zur Badezimmertür und halte sie einladend auf. »Einem natürlichen Bedürfnis folgend, fand ich vorhin diesen Körperpflegetempel hier! Schön, nicht?« Sarah wirft einen flüchtigen Blick hinein. »Ja, gar nicht mal schlecht«, meint sie desinteressiert. »Können wir jetzt gehen?« »Du hast es dir doch noch gar nicht richtig angesehen«, erwidere ich tadelnd. »Weißt du, ich hatte gerade andere Pläne«, sagt sie gedehnt, tritt dicht an mich heran und greift unvermittelt zwischen meine Schenkel. Süß durchzuckt die Lust meinen Körper, als sie mich gegen den Türstock drängt, mich wild küsst und sich unbeherrscht an meinem Körper reibt. »Komm rein«, sage ich heiser, schiebe Sarah um die Ecke, gegen die marmorne Wand, an der ich sie mit meinem Körper fixiere, während ich mit der Rechten die Tür abschließe. Dann löse ich mich von ihr und trete schwer atmend einen Schritt zurück. »Zieh dich aus.« »Was, hier?« Sarah blickt mich entgeistert an. »Was spricht dagegen?«, frage ich, von ihrem Widerstand überrascht. »Sonst bist du doch für neue Orte immer zu haben.« »Diesmal aber nicht«, lehnt sie ab. Hätte sie einen anderen Ton angeschlagen, hätte ich wohl nicht weiter insistiert, doch ihre abweisende Haltung reizt mich, sie zum Nachgeben zu zwingen. »Du hast hier damit angefangen«, sage ich mit sanfter, unschuldiger Stimme, »dann kannst du es auch hier zu Ende bringen.« »Aber es sind über zweihundert Gäste hier, und die meisten saufen, als würde morgen die Prohibition eingeführt! Wir werden kaum lange allein bleiben.« »Alle kneifen brav die Schenkel zusammen und stellen sich unten in die Schlange. Ich wette, sie würden eher in Papa Carls kostbare Rhododendren schiffen als in seine Privatgemächer eindringen.« »Ich weiß ja nicht«, zweifelt sie und blickt unschlüssig auf ihre Schuhspitzen. »Du hast den Weg doch schließlich auch gefunden.« »Na ja, wenn du es dir anders überlegt hast«, gebe ich scheinbar gleichgültig zurück und sperre die Tür wieder auf. »Ich dachte, du willst mich.« »Natürlich will ich dich«, gurrt sie und schmiegt sich an mich. »Ich will dich immer, das weißt du genau. Komm, lass uns nach Hause fahren.« »Nein«, lehne ich ab und schiebe sie beiseite. »Ich habe keine Lust zu warten. Entweder machen wir es hier oder gar nicht. Du hast die Wahl.« Sie blickt mich lauernd an und versucht abzuschätzen, ob ich meine Meinung noch ändern werde. Leicht fahre ich mit der Zeigefingerspitze über ihre weiche, zarte Wange, den Hals entlang, bis zum Ansatz ihrer Brüste. Sarahs Unterlippe bebt leise, und ich weiß, dass ich sie jetzt mit einer einzigen Berührung dazu bringen könnte, mir nachzugeben ― mit einer eindeutigen, Besitz ergreifenden Geste, die ihre Lust überfließen lässt. Aber ich lasse mir noch etwas Zeit, zeichne zuerst sacht die Kante ihres Revers nach, erkunde sorgfältig die Schüsselbeingruben, schlüpfe mit der Rechten in ihren Ausschnitt und lasse sie ruhig dort liegen. Sarah schluckt trocken. Jetzt umspanne ich mit einem harten Griff die linke Brust, drücke und presse sie, bis sich Sarahs Atem beschleunigt und schließlich übergeht in ein heftiges Keuchen. »Also gut, dann eben hier«, stößt sie zwischen zwei Atemzügen hervor. Ich lasse sie stehen, gehe zu einem der Stühle hinüber und mache es mir bequem. »Zieh dich aus«, wiederhole ich. »Ich will dich ganz nackt.« »Was, ganz?« Sie blickt mich erstaunt an. »So habe ich mir das eigentlich nicht vorgestellt«, mault sie. »Liebling, du wirst jeden einzelnen Fetzen ablegen«, sage ich freundlich, aber bestimmt. In meinen Stuhl zurückgelehnt, beobachte ich lüstern, wie Sarah die Nadeln ihres Huts entfernt, ihn abnimmt und sich dann aus ihrem Kostüm schält. »Weiter, weiter«, treibe ich sie an, als sie zögernd in ihrem kurzen, schwarzen Unterkleid vor mir steht. »Mach schon, beeil dich ein bisschen.« Sie streift die Schuhe ab, die halterlosen Strümpfe und den seidenen Slip. Als letztes schlüpft sie aus ihrem Unterkleid. »Und was jetzt?« »Komm her.« Sie tritt an mich heran und lässt sich, meiner Geste folgend, vor mir auf die Knie nieder. Ich rutsche auf die Stuhlkante, schiebe meinen Rock hoch und spreize die Beine. Sarah, den Blick starr auf meine Mitte gerichtet, benetzt ihre vor Erregung angeschwollenen Lippen. »Genau«, flüstere ich und ziehe ihren Kopf zwischen meine Schenkel. »Gib mir deine Zunge.« Mit langen Strichen leckt sie die Innenseiten meiner Schenkel oberhalb des Strumpfrands, während ihre Hände zärtlich über meine Waden gleiten, meine Kniekehlen erforschen und sich an der Rückseite der Oberschenkel bis zur Gesäßfalte vorarbeiten. Ihr Mund liebkost genüsslich die zarte Haut meiner empfindlichen Leistenbeuge, so lange und ausgiebig, dass ich schließlich die Beherrschung verliere und ihr mein Becken ungeduldig entgegendränge. Endlich schiebt sie meinen kleinen Spitzentanga beiseite, spreizt mit flach aufgelegten Händen meine Schamlippen und stößt unvermittelt ihre Zunge tief in mich hinein. Fast hätte ich laut aufgeschrien, doch gerade noch rechtzeitig erinnere ich mich daran, wo wir uns befinden, und ersticke den Laut. Statt eines hellen, klaren Schreis dringt nur ein absonderliches Krächzen aus meinem Mund, das mich trotz meiner überwältigenden Geilheit so erheitert, dass ich kichern muss. Auch Sarahs Schultern beben, und wäre ihr Mund nicht so beschäftigt, hätte sie wahrscheinlich laut herausgelacht. Ihre Hände reiben und pressen meine Vulva, während ihre Zungenspitze in meiner nassen Furche auf- und abgleitet und schließlich über meinem Kitzler zu vibrieren beginnt. Ein nahezu unwiderstehlicher Reiz, aber da mich der zufällige Blick auf die ungewöhnlich breite Einfassung der Badewanne auf eine Idee gebracht hat, beherrsche ich mich eisern und entziehe mich Sarah kurz vor dem Orgasmus. Schwer atmend und mit weichen Knien erhebe ich mich. »Was ist?«, flüstert sie erregt. »Lass es mich doch zu Ende bringen! Bitte, komm in meinen Mund!« »Ich will noch nicht kommen«, gebe ich heiser zurück. »Jetzt noch nicht. Steh auf.« Ich führe Sarah zur Wanne hinüber, klettere mit ihr hinein und bedeute ihr, sich auf die Einfassung an der Wandseite zu setzen. Mit der Linken führe ich ihre Hände nach oben, während ich mit der Rechten meinen schmalen Gürtel löse. Dann schlinge ich den Gürtel um ihre Handgelenke und binde sie an der Halterung für die Dusche fest. Sarahs Rücken klebt nun an der Wand, und durch die gerade nach oben gestreckten Arme wölben sich ihre großen Brüste einladend hervor. »Was hast du vor?«, fragt sie unruhig. Inhalt Sarahs Lust ist die Geschichte einer Verführung. Regina, zuerst skeptisch und zurückhaltend, erliegt schließlich der Faszination, die die Schriftstellerin Sarah auf sie ausübt, und lässt sich mit ihr auf eine alle ihre sexuellen Grenzen überschreitende Beziehung ein. Im Spiel mit Dominanz und Unterwerfung, mit Schmerz-Lust, mit Ängsten, Schamgefühlen, erotischen Wünschen und Sehnsüchten, leben die beiden Frauen ihre Fantasien aus. Regina Hoffmann: Sarahs Lust Die eBook-Ausgabe für Kindle-Reader folgt noch. Termin steht noch nicht fest.