Seitenblick Verlag Leseprobe aus »Sklaven & Meister« Auszug aus:   »Claudine und die Tafelrunde«   Die Zofen wandten sich um und holten Fesseln hervor, die aus breiten Lederbandagen bestanden und ebenfalls, wie die Pritsche, mit Eisenringen versehen waren, allerdings waren zusätzlich Schäkel an den Ringen angebracht, sodass man das einmal gefesselte Glied schnell an geeigneter Stelle befestigen konnte. Die Fesseln wurden Claudine, die allmählich in einen tranceähnlichen Zustand zu fallen schien, zart, aber bestimmt um Hand- und Fußgelenke gelegt. Dann verschloss Miriam mit einem schwarzen Seidentuch Claudines Augen, und als es hinter ihrem Kopf verknotet war, spürte sie ein Glas an ihren Lippen. »Trinken Sie das, Madame, und bitte in einem Zug«, hörte Claudine Corinnes Stimme, als käme sie aus einiger Entfernung. Sie leerte das Glas. Der Trunk schmeckte fruchtig und alkoholisch, und das letzte, was sie spürte, bevor sie in die Arme der Zofen fiel, war eine zarte Berührung ihrer Brüste. Als Claudine aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachte, fand sie sich auf dem Rücken liegend. Arme und Beine ließen sich nicht von der Stelle rühren. Auch waren ihre Augen verbunden. Claudine dachte nach und versuchte, sich zu erinnern, wie sie in diese Situation geraten war. Schemenhaft erinnerte sie sich zunächst an die Rasur, dann an die Körper und die Kleider der Zofen. Hübsche, wohlgeformte Körper in festen Ober- und Unterteilen und schleierhaften Übergewändern, die die volle Schönheit einer jeden Gestalt preisgaben. Dann erinnerte sie sich an die mit Leder bezogene Pritsche mit den Eisenringen und an die Fesseln, die ihr um Hand- und Fußgelenke gelegt worden waren. Ihr Kopf wurde langsam klarer, und sie begriff, dass sie angekettet auf dieser Pritsche liegen musste, wehrlos und nackt und mit verbundenen Augen. Einen Moment lang ließ sie diese Erkenntnis auf sich wirken – ein eigenartiges, unbekanntes Gefühl der Wehrlosigkeit überkam sie, und wieder spürte sie das Blut in ihren Adern rauschen. Sie bäumte sich ein wenig auf, allerdings mehr, um ihre etwas tauben Glieder zu bewegen, als um sich zur Wehr zu setzen. In welcher Umgebung sie sich wohl befinden mochte, fragte sie sich. Sie blieb nun ganz still liegen, denn der einzige Sinn, der ihr für derartige Erkundungen noch zur Verfügung stand, war ihr Gehör. Claudine lauschte. Das einzige, was zu hören war, war ein Prasseln, das sie schnell identifizierte. Es rührte von einem Kaminfeuer her, was offensichtlich auch der Grund dafür war, dass es dort, wo sie lag, angenehm warm war und sie nicht fror. Ansonsten gab es nur Stille. Die Benommenheit war nun vollends verschwunden, und Claudine konzentrierte sich auf ihren Körper. Sie spürte ihre straffen Brüste mit den hoch aufgerichteten Nippeln, die hübsch rasierte Muschi, die langen festgeketteten Beine und die Plateaupumps an ihren Füßen. Wieder räkelte sie sich, als sie plötzlich ein Geräusch vernahm. Eine Tür wurde geöffnet, und es näherten sich Schritte. Sie hörte das Zischen eines Streichholzes, und durch ihre Augenbinde vermeinte sie, einen kleinen Lichtpunkt über sich zu erkennen. Dann entfernten sich die Schritte wieder, und der Hall, der diese begleitete, ließ Claudine darauf schließen, dass sie sich in einem größeren Saal befinden musste. Die Tür schloss sich. Wieder trat Stille ein, die aber nicht lange währen sollte. Sie vernahm Stimmen, Männer, die sich unterhielten. Die Stimmen kamen näher und umgaben sie bald, Stühle wurden gerückt, und es wurde weiter geschwatzt. Zunächst lauschte sie den Stimmen. Als sie aber nur Belanglosigkeiten zu hören bekam, widmete sie sich lieber wieder ihrer Lage. Um sie herum klapperte Geschirr, und sie hörte das Klingen von Gläsern. Plötzlich schoss ihr ein Gedanke durch den Kopf, der all diese Wahrnehmungen erklärte. »Ich liege mitten zwischen ihnen«, dachte sie, und die Vorstellung konkretisierte sich. Es konnte nicht anders sein, als dass sie mit ihrer Pritsche mitten auf der Tafel lag und sich die Herren der Tafelrunde um sie gruppiert hatten und ihr Mahl einnahmen. Sie lauschte, und was sie nun hörte, bestätigte ihre Vermutung. »Sie ist ausgesprochen hübsch«, stellte eine Männerstimme fest, und eine weitere pflichtete bei: »Michael hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Wenn ihr Charakter zudem so ist, wie er uns berichtet hat, ist diese Frau perfekt.« Claudine hatte das Gefühl, betrachtet zu werden, und die wohlwollende Art, in der es offensichtlich geschah, erfüllte sie mit Zufriedenheit und Sicherheit. »Bringen wir die Sache weiter«, hörte sie eine Männerstimme, die sich offensichtlich an den Vorsitzenden der Versammlung richtete. Die Antwort folgte nach einem kurzen Augenblick: »Ja, nehmt ihr die Augenbinde ab, damit sie sieht, wo sie sich befindet.« Der Knoten hinter ihrem Kopf wurde gelöst, und das schwarze Seidentuch entfernt. Es dauerte einen Moment, bis sich Claudines Augen wieder an die Helligkeit gewöhnt hatten. Sie hob, soweit es ging, den Kopf und fand ihre Vermutung bestätigt. Sie lag mitten auf der Tafel, umringt von Kerzenleuchtern, die sie in ein bezauberndes Licht hüllten. Um sie herum saßen sechs Herren, ein Platz war frei, wie sie vermutete, der von Michael. Ihre Beine waren auf den Kopf der Tafel ausgerichtet. Ihr schoss durch den Kopf, dass damit der Vorsitzende die ganze Zeit den Vorzug gehabt hatte, zwischen ihre geöffneten Schenkel zu schauen. Wieder begann das Blut durch ihre Adern zu rauschen, ihr Herz zu pochen – und ihre Muschi begann plötzlich unheimlich feucht zu werden und sich zu öffnen. Sie spürte ihre prallen Brüste, und die Übermacht der Gefühle ließ sie erzittern. Sie spürte, dass ihre Erregung den Anwesenden nicht verborgen geblieben war. Im Saal herrschte Stille. Sie merkte, wie ihr Lustsaft auf das Leder der Pritsche tropfte, und wartete, was geschehen würde. Nackt und völlig wehrlos lag sie auf der Tafel. Dann erhob sich die Stimme, die sie als diejenige des Vorsitzenden identifizierte: »Michael, ist Claudine bereit, Schmerzen zu ertragen?« Michael war also wie versprochen da, hatte allerdings offensichtlich nicht an der Tafel teilgenommen, denn sie hatte seine Stimme bisher nicht vernommen. »Frage sie selbst«, hörte sie die Antwort ihres Geliebten. Claudine wartete diese Frage aber erst gar nicht mehr ab und stieß kopfnickend ein lautes, bestimmtes »Ja« aus, das durch den ganzen Saal hallte. Nach einer kurzen Pause wandte sich die Stimme des Vorsitzenden an sie: »Wollen Sie, Claudine, Mitglied der Tafelrunde werden und alle Freuden und Leiden mit dieser teilen?« Claudine wiederholte ihre zuvor gegebene Antwort, und wieder trat Stille ein. »Alle Herren der Tafelrunde werden Sie dann nehmen – erklären Sie sich damit einverstanden?« Claudines Blut geriet bei dieser Frage in Wallung, Körper und Geist waren völlig außer Kontrolle, und sie vermochte nur noch zu nicken. Es war Michael, der sie von ihrer Pritsche loskettete, von der Tafel hob und sie an das Andreaskreuz führte. Wie von Sinnen genoss sie das Gefühl der ihr so vertrauten Hände, die sie berührten, sie dann dort anketteten. Eine Weile lang war sie jeder anderen Wahrnehmung beraubt, bis plötzlich barbarische Peitschenhiebe auf ihren Körper niedergingen. Claudine ließ sich völlig fallen und hing in ihren Fesseln wie gelähmt. Schlag um Schlag brachte ihr ein höllisches Brennen bei, doch sie verbat sich jeden Schrei, jede Äußerung der Pein, die sie empfand, lediglich gepresste Laute des Stöhnens entwichen ihrem Mund. Die Peitsche strich erbarmungslos über ihren Rücken, und jeder Schlag war ein neues Martyrium. Auch zwischen ihre Beine wurde geschlagen, sogar ihre Muschi, die trotz all der Qual klatschnass blieb, bekam den einen oder anderen Striemen ab. Dann hörte es auf; urplötzlich verstummte das Marterinstrument. Die nun eintretende Ruhe gab ihr das Gefühl, es geschafft und überstanden zu haben. Es blieb der brennende Schmerz auf ihrem Rücken und zwischen ihren Schenkeln. Dann hörte sie Michaels Stimme, die zwei Zofen hieß, ihre Schmerzen zu lindern. Es waren wieder Miriam und Corinne, die sie zu streicheln und zu küssen begannen. Überall fühlte sie ihre sanften Hände und ihre küssenden Lippen. Die Schmerzen vergingen, und da es Michael war, der diese angenehme Behandlung angeordnet hatte, bekam sie ihr doppelt gut. Sie spürte, wie sie langsam wieder zu Kräften kam, und richtete sich auf. »Es ist bisher selten vorgekommen, dass eine Frau sich derart würdig erwies«, hörte sie die tiefe Stimme des Vorsitzenden betonen. Claudine spürte förmlich den Stolz ihres Geliebten, und die Ungewissheit, die sie die letzten Monate so geplagt hatte, war endlich verschwunden. Nein, sie spürte nicht nur den Stolz, sondern auch seinen Atem und seinen Pulsschlag. »Der letzte Teil der Zeremonie ist nun nicht mehr der Ungewissheit oder dem Schmerz gewidmet«, fuhr der Vorsitzende fort, »sondern der Lust und dem Vergnügen.« Auszug aus:  »The making of...«  Teil I: »Die Lektion«  Nein, das war kein schönes Spiel. Zwar konnte Louiza bisweilen ziemlich sadistisch sein, und ihm waren durchaus schon mal während der Machtdemonstrationen, die sie mit unerhörtem Genuss zu zelebrieren verstand, die Tränen gekommen. Aber heute war sie schlichtweg grausam. Er hatte sich schon den ganzen Tag im Büro auf das Wochenende mit ihr gefreut, ihr maliziöses Lächeln ersehnt, das meist ihre sinnlichen Lippen umspielte, wenn sich ihre Blicke zur Begrüßung trafen. Irgend etwas hatte sie nämlich immer in petto, um sich mit ihm zu amüsieren. Dabei hatte alles so aufregend begonnen. Die Haustür hatte angelehnt gestanden. »Louiza?« hatte er in das Dunkel ihrer Wohnung gefragt, vorsichtig um die Ecke gelinst, immer mit dem vagen Verdacht, genau in diesem Moment würde ein Fangnetz von der Decke fallen oder der Boden sich unerwarteterweise unter ihm auftun, was Louiza durchaus zuzutrauen gewesen wäre. Nichts. Louiza war weder im Schlafzimmer, noch im Bad, auch nicht im Wohn- oder Arbeitszimmer. Keine Spur von Louiza, und Max fühlte sich, so allein in ihrer Wohnung, wie Falschgeld. Und dann dieser Zettel: »Sklave!!« – oh, welch wohliger Schauer ihn durchjagte, als er das Zauberwort las – »Ausziehen, Kleider sorgfältig (!) zusammenlegen und im kleinen Koffer verstauen! Wenn ich mit meiner Verabredung zurückkehre, wünsche ich nichts mehr von Dir zu sehen oder zu hören. Du wirst Dich im Schrank zu meinen anderen Accessoires gesellen und mucksmäuschenstill dort verharren, bis ich wieder Verwendung für Dich habe! Louiza.« Nein wirklich, das war kein schönes Spiel. Wer weiß, wie viele Stunden er nun schon auf dem Federbett, das sie zu seiner Bequemlichkeit dort hineingelegt hatte, döste. Am Anfang hatte er noch geglaubt, gleich würde sie die Tür aufreißen und sich zu irgendeiner perfiden Schandtat hinreißen lassen. So wie neulich, als er sich zu einem ziemlich freizügigen Flittchen hatte stylen müssen, derweil sie sich betont maskulin in einen Anzug mit Männerhut gewandet hatte, sie dann eine Spazierfahrt gemachten hatten, er ihr auf einem einschlägig bekannten Autobahnparkplatz den umgegürteten Dildo hatte blasen müssen, was von außen ziemlich lebensecht ausgesehen haben musste. Einige Spanner hatten fast den Mund nicht mehr zubekommen, so hatte er geschmatzt und gesaugt. Ja, und schließlich hatte sie ihn angeleint, tief in den Wald geführt, vor heimlichen Augen erst gepeitscht, bis seine schönen Nylons ihm in Fetzen hingen, und dann ohne Vorwarnung aufs heftigste mit dem dicken, steifen Umschnalldildo vergewaltigt, und er hatte geächzt und gequiekt vor Scham und Lust... Die Haustür quietschte und fiel wieder ins Schloss. Hastig nahm Max die Hände von seinem intimsten Freund. Stimmengemurmel. Louiza und noch wer. Endlich würde sie ihn holen. Er nahm sich vor, ihr diesmal zur Begrüßung die Schuhspitzen zu küssen, erst ganz zart und, wenn sie es zuließe, leidenschaftlich die metallenen Absätze. Doch Max wartete vergeblich. Louiza öffnete nicht den Schrank, obwohl es ihm schien, als stünde sie direkt davor. Sie und noch jemand. Jemand der, nein, das konnte, das durfte nicht sein, jemand, der sie, Louiza, ... küsste! Louiza kicherte. »Iiiieeehh. Da bin ich kitzelig. Lass das!« Ein Klatschen. »Komm jetzt, zeig' mir, was du wert bist!« Kleider fielen. Das Bett ächzte. Max schnürte es den Hals zu. Das konnte einfach nicht wahr sein! Louiza vergnügte sich mit einem Mann, während ihr Sklave im Schrank Höllenqualen litt. Oh, wie gerne wäre er jetzt herausgestürmt, hätte diesen miesen Typen..., hätte ..., aber sie hatte es verboten. Ein Gehorsamkeitstest! Das war's! Wieder lachte Louiza laut. »Nein, lass das! Nicht. Mhm, oh, là, là, mhm, sie ist wirklich zu beneiden, komm' tiefer, ja, jaa!« Max wollte sich die Ohren zuhalten, er konnte es nicht, er musste ihr zuhören, ihr Keuchen, das Knarzen des Bettgestells, raschelndes Bettzeug, helles Lachen, das Schmatzen feuchter Lippen – Max hatte Mühe, sich an sich festzuhalten, seine Hände glitten an »ihm« ab –, ihre Anstrengung, Louizas Wildheit, Zügellosigkeit, ungehemmte Freiheit, das war Louizas Lust, für die zu leben und leiden sich lohnte, doch dann das kraftvolle Pumpen des Unbekannten, wie eine Lokomotive unter Dampf, schneller, immer schneller, ein Keuchen, Stampfen, rhythmisch, brutal für sensible Gemüter, und Max hielt sich die Ohren zu, lieber die Peitsche sirren, heulen, klatschen hören, als einen Fremden in ihr. Ja, Louiza war frei, so wie er frei war, wenn sie ihre beiden Leben lebten, fernab voneinander, und Max war frei, wenn sie ihn fesselte und funktionalisierte, denn dann konnte er sich in seine eigenen Abgründe fallen und in die ihrigen entführen lassen, und nichts auf der Welt konnte ihn aus ihren Fängen befreien, nur sie selbst. Louiza konnte ihn jederzeit verstoßen, es hätte ihn unendlich viel gekostet; alles, alles konnte sie von ihm verlangen, Hausputz, Einkaufen, Aufsätze, Geschichten, jede Woche, wenn er nur bei ihr sein durfte, notfalls auch im Schrank, verfolgend, wie sie sich ficken ließ... So wie ein potentieller Beutefisch einen Räuber putzt und für diesen Dienst am Leben gelassen wird. Louizas Lover war längst fort, sie hatte sich eine Zeitlang ins Wohnzimmer zurückgezogen, so war Max irgendwann erschöpft von der Marter – sie hatten es ein weiteres Mal vor seinen Ohren getrieben – eingeschlafen. Als sein Schnarchen ihr Gewissheit gab, dass er wirklich tief und fest schlief, traute sie sich, einen kurzen Blick auf ihren Sklavenmax zu werfen. Eine vertrocknete Tränenspur verlor sich zwischen seinen Lippen. »Armer Max«, dachte Louiza bekümmert, doch dann stutzte sie, ihr schlechtes Gewissen verblasste rasch, sie lächelte gar, als sie einige kleine, milchige Tröpfchen im kräuseligen Haar seines Zappelphilipps ausmachte. »Ich sehe,...« »...er hat seine Lektion offenbar verstanden.« »Ja, schon, aber ach, Sophie. Es ist so schwer, hart zu sein.« »Louiza! Er hat doch gehorcht?« »Ja.« »Und gemurrt hat er auch nicht?« »Nein.« »Dann klappt's doch bestens. Mensch, Louiza genieß das Spiel! Oder war's etwa nicht schön?« »Doch.« »Wie, doch? Jojo! Jojo!!!!« Fasziniert lauschte Louiza der Standpauke, die ihre Freundin Jojo lautstark erteilte. Ja, Sophie hatte Jojo gut im Griff. Jojo jammerte zwar, dabei war er wirklich klasse gewesen. Das sagte sie Sophie auch, nachdem diese ihm, wie es ihre Art war, kräftig am Ohr gezogen hatte. »Ich muss Jojo in Schutz nehmen. Du tust ihm Unrecht.« »Man kann Jojo nicht Unrecht tun. Irgend etwas haben unsere Männeken doch immer ausgefressen.« Ein neuerlicher Schmerzensschrei aus berufenem Munde unterstrich ihre Worte. »Trotzdem danke, es lag mir wirklich am Herzen, meine Spielschulden bei dir zu begleichen. Hast du übrigens alles soweit vorbereitet?« »Ja. Wann kommst du?« »Gegen zwölf. Jojo und Karl-Heinz bauen um fünf das Gestell auf, und um acht kommen die Gäste. Vertrau mir. Gemeinsam schaffen wir's. Bei Jojo und mir hat es auch funktioniert.« »Aber Jojo ist hart im Nehmen.« »Max auf seine Weise auch. Er will dich nicht verlieren, und er wird über sich hinauswachsen. Jetzt nur nicht schwächeln, Louiza. Schlaf gut!« Sophies Wunsch half nichts. Der Gedanke an den kommenden Tag ließ Louiza nicht zur Ruhe kommen. Max' Schnarchgeräusche, die in dem barocken Schrank einen zusätzlichen Resonanzboden fanden, trugen ein übriges dazu bei. Sie stand früh auf, um letzte Besorgungen zu machen. Max stellte sie ein karges Frühstück bereit und einen Zettel mit weiteren Anweisungen. Er hatte sich zu waschen und am ganzen Körper zu rasieren, das Schamhaar auf maximal 0,5 cm, und dann im Schrank zu warten. Max tat wie befohlen. Irgendwie hatte er gehofft, wenn er aufwachte, würde sich alles nur als ein böser Traum entpuppen, aber Louiza ließ ihn mit sich allein, und das war schrecklich genug. Das herrlich duftende Leder, das süßlich-kühle Latex, die geflochtenen Schnüre und rauen Riemen, die Peitschen, das Viehgeschirr, alles hing so traurig herum, so nutzlos wie er... Allein die Tatsache, dass sie offenbar irgendetwas im Schilde führte – warum sollte er sich sonst wie ein Delinquent vor der Hinrichtung scheren? – gab ihm neuen Mut ... Der Titel hat in der Nachauflage eine neue ISBN bekommen. 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